Castingsport und Turnierwurfsport der Binnen- und Meeresfischer, die Sportarten in den Fischereiverbänden

Casting wurde 1864 in Amerika erfunden, kam um die Jahrhundertwende nach Europa und wurde im Jahr 1924 in Berlin erstmals als Turnier ausgetragen. Damals musste in Amerika jeder den Umgang mit dem Angelgerät beweisen bevor er an das Wasser zum Angeln durfte. Ganz schnell stellte man fest, dass daraus ein Wettkampf werden könnte. Ziel- und Weitwurf mit Angelruten. Damals noch unter dem Namen Turnierwurfsport wurden am Anfang noch 12 Disziplinen geworfen. In den 50 er Jahren entstand dann der Name Casting, was im Brockhaus so viel heißt wie „werfen“. Heute werden nur noch neun Disziplinen geworfen, vier Zielwurfdisziplinen und fünf Weitwurfdisziplinen mit 7,5 g oder 18 g Kunststoffgewichten oder einer künstlichen Fliege.

Casting ist der Leistungssport im Verband.

Die Sportart Turnierwurfsport der Binnenfischer und Meeresfischer wurde 1991 wieder eingeführt als Breitensport im Verband. Während beim Casting mit speziellem Gerät geworfen wird, wird beim Turnierwurfsport nur mit ganz normalem Angelgerät geworfen.
Beide Sportarten sind in unserem Verband hervorragend vertreten. So kann man unter anderem mit dem Europameister, dem 123-fachen Deutschen und 24-fachen Weltmeister Otmar Balles jeden Freitag von 14.00 bis 17.00 Uhr trainieren oder ihn für einen Anfängerkurs anfordern. Außerdem bildet er in beiden Sportarten für den Sportbund die Teilnehmer zum Trainer C aus.

Die Kontaktaufnahme erfolgt unter castingballes@gmx.de

Casting-WM in Polen

 

TREIS-KARDEN. Ein junges aufstrebendes Talent im Castingsport ist der 16-jährige Kilian Reif aus Illerich, der jetzt bei der Weltmeisterschaft im polnischen Poznan, früher Posen, mit der deutschen Nationalmannschaft sensationell die Bronzemedaille gewinnen konnte. Zudem belegte er auch in diesem weltweiten Castingwettbewerb in einer anderen Disziplin den sechsten Platz. Bei der Weltmeisterschaft in Polen waren insgesamt 65 Teilnehmer aus sieben Nationen an den Start gegangen. Coronabedingt waren es weniger als sonst, obwohl ständig Corona-PCR-Tests durchgeführt wurden. Trotzdem waren die Wettkämpfe in Polen für Kilian Reif und seinen Trainer ein großes und unvergessliches Erlebnis. Aber damit noch nicht genug:  Einen weiteren großen Erfolg landete der junge, bescheidene Eifelaner vom Kardener Angelclub in Lohfelden, als er die Jugend-Casting-Meisterschaften des Deutschen Angelfischverbandes gewinnen konnte, die kürzlich erst über die Bühne gingen. Aber damit ist die Erfolgsserie von Kilian Reif noch längst nicht ausreichend beschrieben, denn in der Disziplin Gewicht stand er wieder auf dem Podest und errang sage und schreibe die Goldmedaille und wurde dabei sogar Deutscher Meister. Weiter geht es auf der Erfolgsspur des jungen Sportlers, der in der Disziplin „Einhand weit“ deutscher Vizemeister wurde und auch sensationell in den anderen Disziplinen Bronze mit nach Hause nehmen konnte. Aber solche Erfolge sind bei dem bescheidenen jungen Mann nicht zufällig entstanden. Wie auch sein Trainer und Mentor Otmar Balles, ebenfalls aus Illerich und Vorsitzender des Landesfischereiverbandes Rheinland-Rheinhessen nebst  weiterer Funktionen. Er stellt ihm zudem ein gutes Zeugnis aus, hält ihn für sehr diszipliniert und ihn hohem Maße talentiert, der das Zeug dazu hat, auch künftig im Castingsport ganz oben mitzureden. Die einzelnen Techniken beim Werfen sind nicht ganz einfach und in hohem Maße sehr komplex. Ob als Angler oder als Castingsportler muss man natürlich genau wissen, wie man das im Einzelnen ausführt. Die Akteure müssen sich also vorher genau überlegen, ob ihre „Spinne“ bis circa auf 20 Meter beim Zielwurf optimiert ist. Ferner haben die Sportler darauf zu achten, dass die Energie aus der gespannten Rute freigegeben ist oder sie schleifend reduziert wird. Wichtig ist daher aber auch, dass sie ständig immer wieder trainieren müssen. Kilian Reif macht das einmal wöchentlich. Wie auch sein Trainer versicherte, stehen die Eltern voll und ganz dahinter. Mit Sicherheit wird auch in Zukunft von dem jungen Mann noch einiges in Sachen Casting zu hören sein.

Von Heinz Kugel

 

Otmar Balles wieder Deutscher Meister

Bei den 49 Deutschen Senioren Casting-sportmeisterschaften in Kellinghusen in Schleswig Holstein konnte Balles wieder überzeugen und gewann einmal Bronce, sechsmal Silber sowie zweimal Gold. In der Disziplin Fliege weit einhand landete er mit 61,54m den weitesten Wurf aller 46 Teilnehmer und ließ sogar alle Werfer der Nationalmannschaft hinter sich. Auch im Neunkampf, wo alle neun Disziplinen zusammen gewertet werden, siegte er mit 1013,985 Punkten.

Kilian Reif Deutscher Vizemeister

Bei den Deutschen Jugend Casting-meisterschaften in Demmin,Mecklenburg Vorpommern war Kilian Reif aus Illerich wieder sehr erfolgreich. Mit einem dritten und zwei zweiten Plätzen konnte er seine Erfolge vom Letzten Jahr wiederholen. In Gewicht Präzision sowie in Gewicht Ziel wurde er Deutscher Jugend Vizemeister und in 7,5 g einhand weit gewann er Bronce. Im Fünfkampf wurde er 4. Auch sein Clubkamerad Fabio Kapp aus Hauroth konnte 4., 5. Und 6. Plätze belegen sodaß Trainer Otmar Balles stolz auf seine Jungen war.

Balles siegt in Halle an der Saale

Bei den 67. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Castingsport erfüllte sich Otmar Balles zum Ende seiner Karriere im Leistungssport einen krönenden Abschluss. Mit 107,52 m in der Disziplin 18 g Zweihand Multi weit wurde er Internationaler Deutscher Meister bei sehr starker Konkurrenz aus Deutschland, Schweiz und Österreich. Obwohl er erst mit 40 Jahren in dieser Sportart begann, konnte er sich 14 Jahre in der National-Mannschaft behaupten und viele Medaillen und Erfolge für Deutschland erringen. 154 DM, ein EM und 41 WM-Titel sprechen für sich. Mit 66 Jahren, so Balles, muss auch mal Schluss sein mit dem Leistungssport. Er möchte nun nur noch bei den Senioren starten und die verbleibende Zeit in die Jugendarbeit stecken. Sehr hoffnungsvolle Talente im Kreis Cochem-Zell sind vorhanden. In Halle an der Saale belegte er noch zweimal den 7., einmal den 6. und einmal den 4. Platz. Auch sein Sportfreund Aldo Mohr überzeugte mit Platz 6 in der Disziplin Gewicht Ziel und erreichte im Vorkampf 100 Punkte.